Saisonales Grillverbot am Max-Eyth-See: Kosten senken, Sicherheit erhöhen, Naherholungsgebiet schützen
Der Max-Eyth-See ist eines der wichtigsten Naherholungsgebiete Stuttgarts. Gerade in den Sommermonaten zeigt sich jedoch zunehmend, dass die intensive Nutzung mit erheblichen Belastungen für die Stadt, die Anwohner und die Einsatzkräfte verbunden ist. Steigende Müllmengen, unsachgemäß entsorgte Grillasche, Brandereignisse, Ordnungsverstöße sowie zusätzliche Einsätze von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten verursachen jedes Jahr erhebliche Kosten.
Nach Angaben der Stadt entstehen bereits für Grünpflege, Reinigung, Müllentsorgung und Sicherheitsmaßnahmen rund eine halbe Million Euro jährlich. Die Kosten von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten sind darin noch nicht vollständig berücksichtigt. Gleichzeitig hat sich die Situation nach Einschätzung der Verwaltung insbesondere während der Sommermonate deutlich verschärft.
Aus diesem Grund fordert die WerteUnion im Stuttgarter Rathaus, bestehend aus den Stadträten Thomas Rosspacher und Marcus Ottersberg, ein saisonales Grillverbot am Max-Eyth-See vom 1. Juni bis einschließlich 31. August. Damit soll gezielt in dem Zeitraum angesetzt werden, in dem die größten Probleme auftreten. Außerhalb der Sommermonate soll das Grillen weiterhin möglich bleiben.
Aus Sicht der WerteUnion im Stuttgarter Rathaus geht es dabei nicht darum, die Nutzung des Max-Eyth-Sees grundsätzlich einzuschränken. Ziel ist vielmehr, Müll und Brandgefahren zu reduzieren, Einsatzkräfte zu entlasten, die Aufenthaltsqualität zu verbessern und die Kosten für die Stadt und damit für die Steuerzahler zu senken. Bereits eine Verringerung der bisherigen Reinigungs-, Entsorgungs- und Folgekosten um 20 bis 30 Prozent könnte nach Berechnung des Antrags jährlich rund 90.000 bis 140.000 Euro einsparen. Weitere Einsparungen bei Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten könnten hinzukommen.
Das Grillverbot soll zunächst für zwei Sommersaisons erprobt werden. Anschließend soll die Stadt anhand konkreter Zahlen zu Müllmengen, Kosten, Verstößen, Bränden, Einsatzgeschehen und Beschwerden überprüfen, ob die Maßnahme tatsächlich Wirkung zeigt. Auf dieser Grundlage kann der Gemeinderat anschließend über eine dauerhafte Fortführung oder Anpassung entscheiden.
Die WerteUnion im Stuttgarter Rathaus mit den Stadträten Thomas Rosspacher und Marcus Ottersberg setzt damit auf eine zeitlich begrenzte und überprüfbare Regelung, die den Max-Eyth-See als Erholungsraum erhalten, die Sicherheit verbessern und einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Geldern gewährleisten soll.
Der Antrag im Wortlaut
Antrag vom 27.07.2026 NR. 0868/2026 AN
Eingang bei: L/OB
Datum: 27.07.2026
Antrag
Stadträtinnen / Stadträte – Fraktionen
WerteUnion-GS
Betreff
Saisonales Grillverbot am Max-Eyth-See und Evaluation der Auswirkungen
Die Verwaltung wird beauftragt,für den Bereich des Max-Eyth-Sees ein saisonales
Grillverbot jeweils vom1. Juni bis einschließlich 31. August eines Jahres
vorzubereiten und die hierfür erforderlichen rechtlichen Voraussetzungen zu
schaffen.
- Dem Gemeinderat nach Ablauf von zwei Sommersaisons einen Evaluationsbericht
vorzulegen. - Hierbei insbesondere folgende Kennzahlen darzustellen:
• Entwicklung der Reinigungs- und Entsorgungskosten – Entwicklung der
Müllmengen- Anzahl der festgestellten Ordnungswidrigkeiten
• Anzahl der Brandereignisse – Anzahl der Feuerwehreinsätze – Anzahl der
Polizeieinsätze – Anzahl der Rettungsdiensteinsätze
• Entwicklung der Beschwerden von Anwohnern – Entwicklung der Kosten für
Sicherheitsmaßnahmen. - Künftig sämtliche im Zusammenhang mit dem Max-Eyth-See entstehenden Kosten
der beteiligten Ämter sowie von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei jährlich in
einem Gesamtbericht zusammenzuführen.
Begründung:
Die Beantwortung des vorangegangenen Berichtsantrags, 0589/2026, zeigt erstmals
das tatsächliche Ausmaß der öffentlichen Belastungen
am Max-Eyth-See.
Allein für Grünpflege, Reinigung, Müllentsorgung und Sicherheitsmaßnahmen
entstehen der Stadt bereits jährliche Kosten von rund einer halben Million Euro.
Dabei sind die Aufwendungen von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten sowie
weitere Folgekosten bislang noch gar nicht vollständig erfasst.
Gleichzeitig bestätigt die Verwaltung eine deutliche
Verschärfung der Situation:
steigendes Müllaufkommen,erheblich mehr festgestellte Verstöße,zunehmende
Brandereignisse,zahlreiche Feuerwehreinsätze aufgrund unsachgemäß entsorgter
Grillasche.
Bemerkenswert ist zudem, dass der bisher eingesetzte Sicherheitsdienst nach
Aussage der Verwaltung wesentlich zur Beruhigung der Situation beigetragen hat,
dessen Einsatz jedoch aus Spargründen eingestellt wurde, ohne dass eine
personelle Kompensation erfolgen konnte.
Die problematischen Entwicklungen konzentrieren sich nahezu ausschließlich auf die
Sommermonate. Ein saisonales Grillverbot vom 1. Juni bis einschließlich 31.
August stellt daher einen verhältnismäßigen Eingriff dar.
Außerhalb dieses Zeitraums bleibt die Nutzung des Naherholungsgebietes weiterhin
uneingeschränkt möglich.
Bereits eine Reduzierung der heutigen Reinigungs-, Entsorgungs- und Folgekosten
um lediglich 20 bis 30 Prozent würde – ohne Berücksichtigung der bislang nicht
erfassten Kosten von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten – zu einer jährlichen
Einsparung von rund 90.000 bis 140.000 Euro führen. Unter Einbeziehung der
tatsächlichen Einsatzkosten dürfte das Einsparpotenzial noch deutlich höher liegen.
Nach einer zweijährigen Erprobungsphase soll der Gemeinderat auf Grundlage
objektiver Kennzahlen über die dauerhafte Fortführung oder Anpassung der
Regelung entscheiden.
Gez.
Thomas Rosspacher Marcus Ottersberg
Anlage/n
Keine
Hier der direkte Link zum Antrag:
https://allris.stuttgart.de/vo020?VOLFDNR=1011048